Schlagwort: lawinenkunde

Powder im Spätherbst

Nach zwei sehr schneearmen Wintern ist der Hunger nach Powder groß. Der momentane Spätherbst versorgt uns bereits mit stattlichen Mengen an Neuschnee. Auf den Gletschern kann man die ersten Tiefschneeabfahrten erleben, wie man sie in den letzten beiden Wintern nur mit viel Glück und viel Suche vorgefunden hatte.

Allerdings ist die Planung und Entscheidungsfindung für Freerider und Tourengeher abseits der Pisten momentan noch voller Tücken. Eine Grundregel der regelbasierten Lawinenkunde empfiehlt, je nach Lawinenwarnstufe auf gewisse Hangneigungen zu verzichten (Bsp. Lawinenwarnstufe 2 – nicht steiler als 40°). Aktuell gibt es jedoch noch keinen Lawinenlagebericht. Das mag die Planung und Entscheidungsfindung vielleicht schwierig bis unmöglich erscheinen lassen. Aber mit etwas lawinenkundlichem Wissen und Vernunft ist es kein Problem, trotzdem in den Genuss des frischen Pulverschnee zu kommen.

Ausgangssituation:
Im Blog des Lawinenwarndienstes Tirol wird hochalpin (Gletscherschigebiete) die Möglichkeit von Schneebrettauslösungen besprochen. Relativ viel Neuschnee in den letzten Tagen (bis zu 1 m)  und starker Wind sind die Grundlage zur Bildung von Schneebrettern. Teilweise, abhängig von Höhenlage und Exposition, hat sich bereits Oberflächenreif gebildet, der heute Nacht wieder eingeschneit wird. Diese Mischung ist brisant. Weiter unten, in niedrigeren Lagen, entlang und unterhalb der Waldgrenze, fiel der Neuschnee auf Almen und Wiesen und hat noch keine gute Bindung zum Untergrund. Das Abgleiten der Schneedecke ist in diesen Höhenlagen eine nicht zu unterschätzende, aktuelle Gefahr.

Freeride- und Tourenmöglichkeiten:
Statistisch ist die Auslösung von Lawinen unter einer Hangneigung von 30° unwahrscheinlich. Der Verzicht auf Abfahrten sowie Aufstiege unterhalb dieser Hangneigung ist auch ohne Lawinenlagebericht planbar und leicht umzusetzen. Nicht vergessen darf man dabei die Einzugsgebiete, also Geländekammern mit Hangneigungsbereichen über 30° und viel Schnee.

Achtung Gletscher!
Die Gletscherschigebiete sind momentan die logische Wahl, um den Neuschnee zu genießen. Aber auch wenn man sich unterhalb einer Hangneigung von 30° aufhält und die Lawinengefahr weitestgehend unwahrscheinlich ist, bleibt die Gefahr von Gletscherspalten. Die Abdeckung der Gletscherspalten ist noch sehr gering, allerdings schon genug, um Spalten nicht mehr zu erkennen. Fährt man über eine solche Schneebrücke, kann es zum Durchbrechen und in Folge zu einem Spaltensturz kommen. Ein Spaltensturz endet in den allermeisten Fällen tödlich.

Kartenmaterial und Infos:
Auf unserer Webseite www.snowhow.info sowie in unserer Freeride-App findet man digitales Kartenmaterial. Darin kann man die Ebene Hangneigung aktivieren. Ab 30° Hangneigung gilt für alle weiteren 5° eine eigene Farbe (30°|35°|40°|über 40°). d.h., alle Bereiche ohne Farbcodierung sind weniger steil als 30°.

Es klingt nun alles komplizierter als es ist, und trotzdem ist es schwieriger in die Praxis umzusetzen als man denkt. Gerne erklären unsere Bergführer diese Themen (und noch mehr) bei unseren kostenlosen Workshops Lawine. Wir haben nicht mehr viele Plätze frei, aber wer schnell ist kann noch mitmachen.

Hier geht’s zur Workshop-Anmeldung: https://snowhow.info/cms/portfolio/freeride/

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Wer – Was – Wann – Wie – Wo?

Wir sind der Verein zur Förderung von Bildung und Sport. Unser Team besteht aus über 20 staatlich geprüften Berg- und Skiführer, die alle eine mehrjährige international anerkannte Ausbildung absolviert haben und gerne ihr Wissen an dich weitergeben, damit du Sommer wie Winter viel Spaß am Berg bei wenig Risiko haben kannst.

Mit dem Begriff xHow fassen wir unsere derzeit 3 Projekte zusammen: Bei SnowHow geben wir in zahlreichen Schullawinenkursen und kostenlosen Workshops lawinenkundliches Wissen weiter und wertvolle Tipps zum richtigen Verhalten im Backcountry. Bei ClimbHow gehen wir an den Fels und zeigen Interessierten, worauf es dort in Punkto Gefahren und Risikomanagement ankommt. Wir nehmen aber auch Kletter-Neulinge mit und stecken sie gerne mit unserem Fieber für die Vertikale an. BikeHow wird sich ab dem Frühjahr 2018 allen abfahrtsorientierten Moutainbikern widmen und in Workshops Fahrtechnik- sowie Sicherheitstipps weitergeben.

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